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Gegründet 1845 (?) durch Franz Bramlage.<br>
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'''Die Geschichte der Firma Bramlage in Lohne''' (KI-gestützt)<br>
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Korkwarenfabrik.<br>
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Später Verschliessmaschinenbau unter Mitarbeit von Alwin Wieferig, <br>
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'''Die Anfänge: 1845'''<br>
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Die Firmengeschichte beginnt im Jahr 1845. Am 30. Mai 1845 gründete Franz Bramlage (1810–1875) in Lohne ein Unternehmen, <br>
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das zunächst verschiedene Waren herstellte bzw. handelte. Dazu gehörten insbesondere Korken, aber auch Zigarren und andere Erzeugnisse. <br>
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Die eigentliche Korkverarbeitung sollte sich in den folgenden Jahrzehnten zum Kern des Unternehmens entwickeln.<br>
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Bramlage gehörte damit zu den frühen Industriebetrieben Lohnes. Die Stadt war damals noch stark landwirtschaftlich geprägt.<br>
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Die Korkverarbeitung entwickelte sich im 19. Jahrhundert jedoch zu einem wichtigen gewerblichen Schwerpunkt der Region.<br>
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'''Übergang auf die Familie Taphorn'''<br>
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Franz Bramlage starb 1875. Da er kinderlos war, fiel das Unternehmen an seine Witwe. 1876 trat deren Bruder <br>
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Johann Joseph Friedrich Taphorn (1848–1940) als Teilhaber ein. 1890 übernahm Taphorn die gesamten Firmenanteile und wurde damit alleiniger Inhaber.<br>
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Die Firma blieb anschließend über Jahrzehnte mit der Familie Taphorn verbunden.<br>
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'''Die große Korkenfabrik am Bahnhof'''<br>
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Ein entscheidender Schritt erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts.<br>
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Die ursprüngliche Fabrik an der Brinkstraße wurde zu klein. Deshalb entstand 1897 am Bahnhof von Lohne <br>
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eine neue, wesentlich größere Fabrik. Der Standort war für ein Industrieunternehmen ausgesprochen günstig, <br>
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denn der Bahnanschluss erleichterte sowohl den Bezug des Rohstoffs als auch den Versand der fertigen Korken.<br>
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Damit entstand das große Fabrikgelände an der späteren Küstermeyerstraße, das für viele Jahrzehnte zu den <br>
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charakteristischen Industrieanlagen Lohnes gehörte.<br>
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Was wurde hergestellt?<br>
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Der Schwerpunkt lag auf Naturkorken, insbesondere Verschlüssen für Flaschen und Fässer. <br>
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Kork war damals ein ausgesprochen wichtiger Verpackungs- und Verschlusswerkstoff.<br>
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Das Rohmaterial stammte im Wesentlichen aus den Korkeichenregionen Südeuropas. Gerade Portugal spielte<br>
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eine bedeutende Rolle. Die Beschaffung dieses Rohstoffs wurde später zu einem wichtigen Problem,<br>
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insbesondere während des Zweiten Weltkriegs.<br>
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'''Bramlage und die Entwicklung der Kunststoffindustrie'''<br>
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Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Verpackungsindustrie grundlegend zu verändern. <br>
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Kork blieb wichtig, aber zunehmend wurden Kunststoffe als Material für Verschlüsse und andere Verpackungsteile eingesetzt.<br>
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Bramlage gehörte in Lohne zu den Unternehmen, die diese Entwicklung früh aufgriffen.<br>
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Bereits ab 1947 stellte Bramlage Kunststoffkappen für sogenannte Griffkorken her. Zunächst verwendete man Bakelit, <br>
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später Polystyrol. Diese Kunststoffkappen wurden mit Korkstopfen kombiniert und waren beispielsweise für Spirituosen- <br>
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und Medizinflaschen geeignet.<br>
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Das war ein wichtiger Wendepunkt:<br>
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Aus der traditionellen Korkenfabrik entwickelte sich schrittweise ein Unternehmen der Kunststoff- und Verpackungsindustrie.<br>
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In den 1950er Jahren wurde die Kunststoffproduktion stark erweitert. Bramlage produzierte nun unter anderem:<br>
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Kunststoffkappen,<br>
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Verschlüsse für Pharmaflaschen,<br>
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Trinkbecher,<br>
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Damit gehörte Bramlage zu den Unternehmen, die den Übergang Lohnes von einer vorwiegend landwirtschaftlich-handwerklich <br>
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geprägten Wirtschaftsstruktur zu einem bedeutenden Kunststoffstandort mitprägten.<br>
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'''Der Wandel vom Familienunternehmen zum Konzernunternehmen'''<br>
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In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich auch die Eigentümerstruktur.<br>
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1973 übernahm die Gerresheimer Glas AG 75 Prozent der Anteile an Bramlage. Damit begann eine neue Phase: <br>
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Aus dem traditionsreichen Familienunternehmen wurde zunehmend Bestandteil größerer Unternehmensgruppen.<br>
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1993 kam Bramlage in den Besitz von Continental Plastics Europe, einer Tochtergesellschaft der Schmalbach-Lubeca AG.<br>
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Das zeigt einen für die deutsche Verpackungsindustrie typischen Prozess: Kapitalintensive Produktion, internationale <br>
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Märkte und neue Kunststofftechnologien führten dazu, dass selbst alteingesessene Familienbetriebe zunehmend <br>
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'''Der Brand von 1979 – ein tiefer Einschnitt'''<br>
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Eine besondere Bedeutung für die Stadtgeschichte hatte der 23. Januar 1979.<br>
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An diesem Tag brannte die historische Fabrik am Bahnhof vollständig nieder. Das Gebäude von 1897 konnte <br>
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trotz des Einsatzes zahlreicher Feuerwehren nicht gerettet werden.<br>
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Der Brand war für Bramlage und für Lohne ein einschneidendes Ereignis. Die Produktion wurde anschließend <br>
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Damit verschwand ein Gebäude, das mehr als 80 Jahre lang zur industriellen Silhouette Lohnes gehört hatte.<br>
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Interessanterweise befindet sich auf dem historischen Fabrikgelände heute das Industriemuseum Lohne. <br>
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Der Grundstein für dessen Neubau wurde dort 1998 gelegt.<br>
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Das ist eine schöne historische Verbindung: Dort, wo einst Korken industriell produziert wurden,
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wird heute die Industriegeschichte Lohnes bewahrt.<br>
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1997 folgte ein weiterer großer Eigentümerwechsel.<br>
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Die britische RPC Group erwarb die Bramlage GmbH. Bramlage wurde zusammen mit weiteren Unternehmen <br>
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in die entstehende RPC Bramlage integriert.<br>
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Nun war Bramlage endgültig Teil eines international ausgerichteten Verpackungskonzerns.<br>
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Das Unternehmen produzierte längst nicht mehr nur Korken. Am Standort Lohne entstanden moderne Verpackungen<br>
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und Verschlusssysteme unter anderem für:<br>
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die Pharmaindustrie,<br>
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Eine interessante Entwicklung erfolgte 2011.<br>
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RPC Bramlage verkaufte den Bereich für Wein- und Spirituosenverschlüsse an die Rauh GmbH & Co. KG aus Küps. <br>
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Der Lohner Betrieb wurde unter dem Namen Bramlage GmbH weitergeführt.<br>
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Damit wurde gewissermaßen ein Kreis geschlossen:<br><br>
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Die Firma Bramlage war 1845 mit Korken begonnen und stellte auch mehr als 160 Jahre später in Lohne weiterhin
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Flaschenverschlüsse her – allerdings inzwischen unter völlig anderen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen.<br>
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Die Stadt Lohne bezeichnete Bramlage 2019 deshalb ausdrücklich als eines ihrer ältesten Unternehmen und hob hervor,<br>
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dass dort seit 1845 Korkverschlüsse hergestellt wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurden neben Kork auch <br>
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Kunststoff- und Aluminiumverschlüsse produziert.<br>
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'''Berry Bramlage und die jüngere Entwicklung'''<br>
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2018 wurde die RPC Group vom amerikanischen Verpackungskonzern Berry Global übernommen. <br>
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Die Integration wurde 2019 abgeschlossen. Aus RPC Bramlage wurde damit Berry Bramlage.<br>
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Die Dimensionen hatten sich inzwischen gewaltig verändert:<br>
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Aus der kleinen Lohner Korkenfabrik des Jahres 1845 war ein internationaler Unternehmensverbund geworden.<br>
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Die Berry-Bramlage-Gruppe umfasste zeitweise zahlreiche Produktionsstandorte in verschiedenen Ländern und <br>
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beschäftigte mehrere Tausend Menschen. Der Standort Lohne blieb dabei ein wichtiger Bestandteil der Verpackungsaktivitäten.<br>
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Ergänzung (Roland Baldinger):<br>
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Ca. ab den 1950er-Jahren baute Bramlage Verschliessmaschinen unter Mitarbeit von Alwin Wieferig, <br>
 
späterer Gründer von Alwid-Sondermaschinenbau (1964).<br>
 
späterer Gründer von Alwid-Sondermaschinenbau (1964).<br>
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'''1965'''
 
'''1965'''

Aktuelle Version vom 25. September 2026, 11:28 Uhr

Die Geschichte der Firma Bramlage in Lohne (KI-gestützt)

Die Anfänge: 1845
Die Firmengeschichte beginnt im Jahr 1845. Am 30. Mai 1845 gründete Franz Bramlage (1810–1875) in Lohne ein Unternehmen,
das zunächst verschiedene Waren herstellte bzw. handelte. Dazu gehörten insbesondere Korken, aber auch Zigarren und andere Erzeugnisse.
Die eigentliche Korkverarbeitung sollte sich in den folgenden Jahrzehnten zum Kern des Unternehmens entwickeln.

Bramlage gehörte damit zu den frühen Industriebetrieben Lohnes. Die Stadt war damals noch stark landwirtschaftlich geprägt.
Die Korkverarbeitung entwickelte sich im 19. Jahrhundert jedoch zu einem wichtigen gewerblichen Schwerpunkt der Region.

Übergang auf die Familie Taphorn
Franz Bramlage starb 1875. Da er kinderlos war, fiel das Unternehmen an seine Witwe. 1876 trat deren Bruder
Johann Joseph Friedrich Taphorn (1848–1940) als Teilhaber ein. 1890 übernahm Taphorn die gesamten Firmenanteile und wurde damit alleiniger Inhaber.
Die Firma blieb anschließend über Jahrzehnte mit der Familie Taphorn verbunden.

Die große Korkenfabrik am Bahnhof
Ein entscheidender Schritt erfolgte gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Die ursprüngliche Fabrik an der Brinkstraße wurde zu klein. Deshalb entstand 1897 am Bahnhof von Lohne
eine neue, wesentlich größere Fabrik. Der Standort war für ein Industrieunternehmen ausgesprochen günstig,
denn der Bahnanschluss erleichterte sowohl den Bezug des Rohstoffs als auch den Versand der fertigen Korken.
Damit entstand das große Fabrikgelände an der späteren Küstermeyerstraße, das für viele Jahrzehnte zu den
charakteristischen Industrieanlagen Lohnes gehörte.
Was wurde hergestellt?
Der Schwerpunkt lag auf Naturkorken, insbesondere Verschlüssen für Flaschen und Fässer.
Kork war damals ein ausgesprochen wichtiger Verpackungs- und Verschlusswerkstoff.
Das Rohmaterial stammte im Wesentlichen aus den Korkeichenregionen Südeuropas. Gerade Portugal spielte
eine bedeutende Rolle. Die Beschaffung dieses Rohstoffs wurde später zu einem wichtigen Problem,
insbesondere während des Zweiten Weltkriegs.

Bramlage und die Entwicklung der Kunststoffindustrie
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sich die Verpackungsindustrie grundlegend zu verändern.
Kork blieb wichtig, aber zunehmend wurden Kunststoffe als Material für Verschlüsse und andere Verpackungsteile eingesetzt.
Bramlage gehörte in Lohne zu den Unternehmen, die diese Entwicklung früh aufgriffen.
Bereits ab 1947 stellte Bramlage Kunststoffkappen für sogenannte Griffkorken her. Zunächst verwendete man Bakelit,
später Polystyrol. Diese Kunststoffkappen wurden mit Korkstopfen kombiniert und waren beispielsweise für Spirituosen-
und Medizinflaschen geeignet.
Das war ein wichtiger Wendepunkt:
Aus der traditionellen Korkenfabrik entwickelte sich schrittweise ein Unternehmen der Kunststoff- und Verpackungsindustrie.
In den 1950er Jahren wurde die Kunststoffproduktion stark erweitert. Bramlage produzierte nun unter anderem:
Kunststoffkappen,
Verschlüsse für Pharmaflaschen,
Trinkbecher,
Eierbecher,
Koffergriffe,
Schraubkappen,
weitere Kunststoffteile.
Damit gehörte Bramlage zu den Unternehmen, die den Übergang Lohnes von einer vorwiegend landwirtschaftlich-handwerklich
geprägten Wirtschaftsstruktur zu einem bedeutenden Kunststoffstandort mitprägten.

Der Wandel vom Familienunternehmen zum Konzernunternehmen

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich auch die Eigentümerstruktur.
1973 übernahm die Gerresheimer Glas AG 75 Prozent der Anteile an Bramlage. Damit begann eine neue Phase:
Aus dem traditionsreichen Familienunternehmen wurde zunehmend Bestandteil größerer Unternehmensgruppen.
1993 kam Bramlage in den Besitz von Continental Plastics Europe, einer Tochtergesellschaft der Schmalbach-Lubeca AG.

Das zeigt einen für die deutsche Verpackungsindustrie typischen Prozess: Kapitalintensive Produktion, internationale
Märkte und neue Kunststofftechnologien führten dazu, dass selbst alteingesessene Familienbetriebe zunehmend
in größere Unternehmensgruppen integriert wurden.

Der Brand von 1979 – ein tiefer Einschnitt
Eine besondere Bedeutung für die Stadtgeschichte hatte der 23. Januar 1979.
An diesem Tag brannte die historische Fabrik am Bahnhof vollständig nieder. Das Gebäude von 1897 konnte
trotz des Einsatzes zahlreicher Feuerwehren nicht gerettet werden.
Der Brand war für Bramlage und für Lohne ein einschneidendes Ereignis. Die Produktion wurde anschließend
an die Brägeler Straße verlegt.
Damit verschwand ein Gebäude, das mehr als 80 Jahre lang zur industriellen Silhouette Lohnes gehört hatte.
Interessanterweise befindet sich auf dem historischen Fabrikgelände heute das Industriemuseum Lohne.
Der Grundstein für dessen Neubau wurde dort 1998 gelegt.
Das ist eine schöne historische Verbindung: Dort, wo einst Korken industriell produziert wurden, wird heute die Industriegeschichte Lohnes bewahrt.

Bramlage wird Teil der RPC-Gruppe
1997 folgte ein weiterer großer Eigentümerwechsel.
Die britische RPC Group erwarb die Bramlage GmbH. Bramlage wurde zusammen mit weiteren Unternehmen
in die entstehende RPC Bramlage integriert.
Nun war Bramlage endgültig Teil eines international ausgerichteten Verpackungskonzerns.
Das Unternehmen produzierte längst nicht mehr nur Korken. Am Standort Lohne entstanden moderne Verpackungen
und Verschlusssysteme unter anderem für:
die Pharmaindustrie,
die Kosmetikindustrie,
die Lebensmittelindustrie,
technische Anwendungen.
Damit hatte sich die Firma innerhalb von rund 150 Jahren von einem Korkenhersteller zu einem breit
aufgestellten Verpackungsunternehmen entwickelt.

Die Abspaltung des klassischen Korken- und Verschlussgeschäfts
Eine interessante Entwicklung erfolgte 2011.
RPC Bramlage verkaufte den Bereich für Wein- und Spirituosenverschlüsse an die Rauh GmbH & Co. KG aus Küps.
Der Lohner Betrieb wurde unter dem Namen Bramlage GmbH weitergeführt.

Damit wurde gewissermaßen ein Kreis geschlossen:

Die Firma Bramlage war 1845 mit Korken begonnen und stellte auch mehr als 160 Jahre später in Lohne weiterhin Flaschenverschlüsse her – allerdings inzwischen unter völlig anderen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen.

Die Stadt Lohne bezeichnete Bramlage 2019 deshalb ausdrücklich als eines ihrer ältesten Unternehmen und hob hervor,
dass dort seit 1845 Korkverschlüsse hergestellt wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurden neben Kork auch
Kunststoff- und Aluminiumverschlüsse produziert.

Berry Bramlage und die jüngere Entwicklung
2018 wurde die RPC Group vom amerikanischen Verpackungskonzern Berry Global übernommen.
Die Integration wurde 2019 abgeschlossen. Aus RPC Bramlage wurde damit Berry Bramlage.
Die Dimensionen hatten sich inzwischen gewaltig verändert:
Aus der kleinen Lohner Korkenfabrik des Jahres 1845 war ein internationaler Unternehmensverbund geworden.
Die Berry-Bramlage-Gruppe umfasste zeitweise zahlreiche Produktionsstandorte in verschiedenen Ländern und
beschäftigte mehrere Tausend Menschen. Der Standort Lohne blieb dabei ein wichtiger Bestandteil der Verpackungsaktivitäten.


Ergänzung (Roland Baldinger):
Ca. ab den 1950er-Jahren baute Bramlage Verschliessmaschinen unter Mitarbeit von Alwin Wieferig,
späterer Gründer von Alwid-Sondermaschinenbau (1964).


1962

Prospekt Verschliessmaschine ca. 1962
Verschliessmaschine ca. 1962
Verschliessmaschine ca. 1962
Verschliessmaschine ca. 1962

1963 Annonce Katalog Weinbaukongress 63

Annonce

1965

Prospekt Verschliessmaschine 1965