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'''Fritz Merkel & Co., Neustadt an der Haardt'''<br>
 
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'''Gegründet 1895'''<br>
 
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«Neustadt». Dass Neustadt seinen Zusatz „an der Weinstraße“ zu Recht trägt, könnte man derzeit selbst mit geschlossenen Augen, nur auf die Nase vertrauend, bestätigt finden. Doch wo kommen eigentlich die ganzen Gerätschaften her, die der Winzer für sein anspruchsvolles Handwerk benötigt? Eines der führenden deutschen Spezialunternehmen in dieser Branche war über drei Generationen „Kellereibedarf Merkel“, das seinen Sitz bis 2002 in der Hetzelstraße 5-9 in Neustadt hatte.
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Die Ursprünge der Firma lagen freilich in einem Bereich, mit dem man im Weinbau eher nicht so gern in einen Topf geworfen werden will: der Produktion von und dem Handel mit Essig. Josef Merkel, der 1850 aus Hessen nach Neustadt kam, war laut Familienarchiv zwar ursprünglich Kellermeister in einer Sektkellerei in Hochheim am Main, in jener Stadt zwischen Frankfurt, Wiesbaden und Mainz also, die im englischsprachigen Raum als „Hock“ zum Synonym für Rheinwein schlechthin wurde, gründete in Neustadt, genauer in Winzingen, allerdings zunächst eine Essigfirma, die er erst einige Zeit später in ein Weinhandels- und Weinkommissionsgeschäft umwandelte. Der 1860 geborenen Sohn Fritz Merkel war es dann, der die Firma nach dem Tod der Eltern 1889 auf Kellereiartikel umstellte. Der erste Handelsregistereintrag findet sich 1901, auch wenn der Betrieb nach anderen Angaben bereits 1895 bestanden hat. Die erste Firmenadresse war wohl Friedrichstraße 23 (heute: „Schuhschachtel“ und „Göbels Geflügel-Schlemmerland“). Bereits 1902 zog das Unternehmen allerdings in ein größeres Anwesen in der Talstraße 13 gegenüber dem heutigen Lidl-Markt um, das sogar über einen eigenen Gleisanschluss verfügte, was für die Strahlkraft der Merkel-Produkte auch in anderen Weinbauregionen spricht. Die Situation scheint ohnehin sehr günstig für ein solches Spezialgeschäft gewesen zu sein, denn nachdem sich im Weinbau über viele Jahrhunderte hinweg nur wenig verändert hatte, fallen gerade in diese Zeit viele Verbesserungen und Neuerungen, die ohne ein gut sortiertes Fachgeschäft nicht zu bewerkstelligen waren. Fritz Merkel vertrat dabei allem Anschein nach zunächst vor allem Produkte anderer Hersteller – 1899 etwa hatte er die Generalvertretung der Seitz-Werke in Kreuznach übernommen, die die Asbestfilter im Weinbau einführten –, scheint aber schon bald auch eigene Innovationen auf den Markt gebracht zu haben. Nach dem Tod Fritz Merkels im Jahr 1923 übernahm der Sohn Karl Friedrich die Firma seiner Eltern und entwickelte sie weiter. 1928 zog das Geschäft in die Gutenbergstraße 2 gegenüber dem heutigen Ärztehaus um, und nachdem dieses Gebäude wohl im Krieg beschädigt worden war, siedelte man sich in der Hetzelstraße 5 an. Schon bald erwarb die Familie für ihren Betrieb auch das Nachbarhaus Nr. 7 und 1966 auch noch die Nr. 9 an der Ecke zur Fröbelstraße, wo sich bis dahin die alteingesessene Feinbäckerei Heinrich Harff befunden hatte. Auch die Produktpalette wurde in dieser Zeit erheblich ausgeweitet: Man verkaufte natürlich Flaschen, importierte Kork aus Portugal, vertrieb aber auch ganze Maschinen, entwickelte sich zum Spezialisten für Maische- und Weinleitungsbau und gliederte zwischenzeitlich auch ein eigenes Labor zur Fabrikation von chemischen Reagenzien und Artikeln für die Weinuntersuchung und Weinbehandlung an, für das man mit namhaften önologischen Forschungsstätten in Verbindung trat. Immer wieder wurden in dieser Zeit Patente und Gebrauchsmuster angemeldet, so 1968 eines für eine „pneumatisch angetriebene Entkorkmaschine“ und 1971 für eine „Vorrichtung zur chemischen Alkoholbestimmung in Getränken, insbesondere in Wein, Most oder dergleichen“. 1973 berichtet die RHEINPFALZ darüber, dass Merkel bei der Bezirkswinzergenossenschaft „Wonnegau“ im rheinhessischen Monsheim eine neue Traubenverarbeitungsanlage errichtete, mit der bis zu 700 Tonnen Trauben täglich verarbeitet werden konnten. 1979 wird in dieser Zeitung auch eine Merkel-Filiale in Edenkoben genannt, und im gleichen Jahr tritt „das führende Spezialhaus“ aus Neustadt auch auf der Fachmesse „Intervitis“ in Stuttgart auf – mit allem, „was zur Weinuntersuchung gehört - sei es ein Mosttemperaturmessgerät oder eine TV-Ubertragungsanlage für Mostgewichtswerte“. Natürlich hatten sich zu diesem Zeitpunkt die Geschäftsverbindungen schon längst über Deutschland hinaus in viele weinbautreibende europäische Länder und auch nach Übersee ausgeweitet – konkret genannt werden Südafrika, Amerika und Australien. Der 1934 geborene Sohn Dieter Merkel, der seine Lehrzeit in den 50er Jahren in Spanien absolviert hatte und 1974 von seinem Vater Karl Friedrich auch das Unternehmen in Neustadt übernahm, gründete dort sogar eine Zweigfirma mit dem Namen Merkel Española S. L. Warum „Kellereibedarf Merkel“ dann 2002 in Neustadt seine Tore schloss, lässt sich wie leider in vielen Fällen aus unserem Zeitungsarchiv und auch aus den Dokumenten im Neustadter Stadtarchiv nicht erhellen. Offensichtlich wurden aber einige der Merkel-Produkte – darunter eine Vinotest-Serie und die Frime-Pflege- und Desinfektionsmittel – von einem Konkurrenten aus Alzey übernommen, der sie zum Teil bis heute weiterführt. In der Hetzelstraße 9 richtete die bekannte Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Ursula Sommer, eine geborene Merkel, später ein Kostümgeschäft ein. Ihre Tochter Ela hatte hier zeitweise ihr Schauspielstudio. Heute befindet sich in dem Haus eine Anwaltskanzlei.<br>
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Quelle: DIE RHEINPFALZ Redaktion, 22. September 2017.<br>
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Anmerkung: der erwähnte Konkurrenz aus Alzey ist die Firma Wagner.<br>
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'''1970_ca_Halbautomatische Entkorker'''
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'''1970_ca_Halbautomatische Entkorker'''<br>
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Auf  Basis von Entkorker RAPID No. 10 von Amez-Droz.<br>
 
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Aktuelle Version vom 1. Juni 2025, 10:19 Uhr

Fritz Merkel & Co., Neustadt an der Haardt
Gegründet 1895
Chronik
«Neustadt». Dass Neustadt seinen Zusatz „an der Weinstraße“ zu Recht trägt, könnte man derzeit selbst mit geschlossenen Augen, nur auf die Nase vertrauend, bestätigt finden. Doch wo kommen eigentlich die ganzen Gerätschaften her, die der Winzer für sein anspruchsvolles Handwerk benötigt? Eines der führenden deutschen Spezialunternehmen in dieser Branche war über drei Generationen „Kellereibedarf Merkel“, das seinen Sitz bis 2002 in der Hetzelstraße 5-9 in Neustadt hatte. Die Ursprünge der Firma lagen freilich in einem Bereich, mit dem man im Weinbau eher nicht so gern in einen Topf geworfen werden will: der Produktion von und dem Handel mit Essig. Josef Merkel, der 1850 aus Hessen nach Neustadt kam, war laut Familienarchiv zwar ursprünglich Kellermeister in einer Sektkellerei in Hochheim am Main, in jener Stadt zwischen Frankfurt, Wiesbaden und Mainz also, die im englischsprachigen Raum als „Hock“ zum Synonym für Rheinwein schlechthin wurde, gründete in Neustadt, genauer in Winzingen, allerdings zunächst eine Essigfirma, die er erst einige Zeit später in ein Weinhandels- und Weinkommissionsgeschäft umwandelte. Der 1860 geborenen Sohn Fritz Merkel war es dann, der die Firma nach dem Tod der Eltern 1889 auf Kellereiartikel umstellte. Der erste Handelsregistereintrag findet sich 1901, auch wenn der Betrieb nach anderen Angaben bereits 1895 bestanden hat. Die erste Firmenadresse war wohl Friedrichstraße 23 (heute: „Schuhschachtel“ und „Göbels Geflügel-Schlemmerland“). Bereits 1902 zog das Unternehmen allerdings in ein größeres Anwesen in der Talstraße 13 gegenüber dem heutigen Lidl-Markt um, das sogar über einen eigenen Gleisanschluss verfügte, was für die Strahlkraft der Merkel-Produkte auch in anderen Weinbauregionen spricht. Die Situation scheint ohnehin sehr günstig für ein solches Spezialgeschäft gewesen zu sein, denn nachdem sich im Weinbau über viele Jahrhunderte hinweg nur wenig verändert hatte, fallen gerade in diese Zeit viele Verbesserungen und Neuerungen, die ohne ein gut sortiertes Fachgeschäft nicht zu bewerkstelligen waren. Fritz Merkel vertrat dabei allem Anschein nach zunächst vor allem Produkte anderer Hersteller – 1899 etwa hatte er die Generalvertretung der Seitz-Werke in Kreuznach übernommen, die die Asbestfilter im Weinbau einführten –, scheint aber schon bald auch eigene Innovationen auf den Markt gebracht zu haben. Nach dem Tod Fritz Merkels im Jahr 1923 übernahm der Sohn Karl Friedrich die Firma seiner Eltern und entwickelte sie weiter. 1928 zog das Geschäft in die Gutenbergstraße 2 gegenüber dem heutigen Ärztehaus um, und nachdem dieses Gebäude wohl im Krieg beschädigt worden war, siedelte man sich in der Hetzelstraße 5 an. Schon bald erwarb die Familie für ihren Betrieb auch das Nachbarhaus Nr. 7 und 1966 auch noch die Nr. 9 an der Ecke zur Fröbelstraße, wo sich bis dahin die alteingesessene Feinbäckerei Heinrich Harff befunden hatte. Auch die Produktpalette wurde in dieser Zeit erheblich ausgeweitet: Man verkaufte natürlich Flaschen, importierte Kork aus Portugal, vertrieb aber auch ganze Maschinen, entwickelte sich zum Spezialisten für Maische- und Weinleitungsbau und gliederte zwischenzeitlich auch ein eigenes Labor zur Fabrikation von chemischen Reagenzien und Artikeln für die Weinuntersuchung und Weinbehandlung an, für das man mit namhaften önologischen Forschungsstätten in Verbindung trat. Immer wieder wurden in dieser Zeit Patente und Gebrauchsmuster angemeldet, so 1968 eines für eine „pneumatisch angetriebene Entkorkmaschine“ und 1971 für eine „Vorrichtung zur chemischen Alkoholbestimmung in Getränken, insbesondere in Wein, Most oder dergleichen“. 1973 berichtet die RHEINPFALZ darüber, dass Merkel bei der Bezirkswinzergenossenschaft „Wonnegau“ im rheinhessischen Monsheim eine neue Traubenverarbeitungsanlage errichtete, mit der bis zu 700 Tonnen Trauben täglich verarbeitet werden konnten. 1979 wird in dieser Zeitung auch eine Merkel-Filiale in Edenkoben genannt, und im gleichen Jahr tritt „das führende Spezialhaus“ aus Neustadt auch auf der Fachmesse „Intervitis“ in Stuttgart auf – mit allem, „was zur Weinuntersuchung gehört - sei es ein Mosttemperaturmessgerät oder eine TV-Ubertragungsanlage für Mostgewichtswerte“. Natürlich hatten sich zu diesem Zeitpunkt die Geschäftsverbindungen schon längst über Deutschland hinaus in viele weinbautreibende europäische Länder und auch nach Übersee ausgeweitet – konkret genannt werden Südafrika, Amerika und Australien. Der 1934 geborene Sohn Dieter Merkel, der seine Lehrzeit in den 50er Jahren in Spanien absolviert hatte und 1974 von seinem Vater Karl Friedrich auch das Unternehmen in Neustadt übernahm, gründete dort sogar eine Zweigfirma mit dem Namen Merkel Española S. L. Warum „Kellereibedarf Merkel“ dann 2002 in Neustadt seine Tore schloss, lässt sich wie leider in vielen Fällen aus unserem Zeitungsarchiv und auch aus den Dokumenten im Neustadter Stadtarchiv nicht erhellen. Offensichtlich wurden aber einige der Merkel-Produkte – darunter eine Vinotest-Serie und die Frime-Pflege- und Desinfektionsmittel – von einem Konkurrenten aus Alzey übernommen, der sie zum Teil bis heute weiterführt. In der Hetzelstraße 9 richtete die bekannte Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Ursula Sommer, eine geborene Merkel, später ein Kostümgeschäft ein. Ihre Tochter Ela hatte hier zeitweise ihr Schauspielstudio. Heute befindet sich in dem Haus eine Anwaltskanzlei.
Quelle: DIE RHEINPFALZ Redaktion, 22. September 2017.
Anmerkung: der erwähnte Konkurrenz aus Alzey ist die Firma Wagner.

Firmensitz ab 1945

1919 ca. Prospekt

Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4

1926 Katalog
Vermutlich inflationsbedingt keine Preisangaben.

Deckel vorn
Titelseite
Verkaufsbedingungen
Kellereimaschinen und -geräte
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Seite 89
Seite 90
Seite 91
Seite 92
Seite 93
Seite 95
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Seite 97
Seite 98
Seite 99
Seite 100
Seite 101
Seite 102
Seite 103
Seite 104
Deckel hinten

1965 Händlerkatalog Wilhelm Stroh, Frankfurt/M.

Seite 378 - Merkel

1970_ca_Halbautomatische Entkorker
Auf Basis von Entkorker RAPID No. 10 von Amez-Droz.

Seite 1
Seite 2